Die Standardwartung für SAP ECC endet am 31.12.2027. Danach haben Sie drei Möglichkeiten: Sie zahlen die Extended Maintenance bis 31.12.2030 mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten, Sie wechseln auf eine gewartete Plattform, oder Sie betreiben ECC als großer SAP-Kunde mit RISE-Vertrag als Cloud-Abonnement bis 2033. Der Weg bis 2033 ist an Bedingungen geknüpft, die viele Mittelständler nicht erfüllen, und sein Preis hängt vom Jahr des Vertragsabschlusses ab.
Dieser Ratgeber nennt jede Frist mit ihrer Primärquelle, rechnet die Kosten der Optionen durch und zeigt, welche ERP-Systeme zu einem typischen ECC-Kunden passen. Für den letzten Teil haben wir unsere eigene Knockout-Bewertung auf vier ECC-Kundenprofile angewendet. Eine solche Auswertung hat keiner der Anbieter und Berater in den aktuellen Suchergebnissen veröffentlicht.
Wann endet die Wartung für SAP ECC?
SAP ECC hat drei Enddaten, nicht eines. Die Standardwartung (Mainstream Maintenance) für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7, zu denen SAP ERP 6.0 gehört, endet am 31.12.2027. Die optionale Extended Maintenance läuft bis 31.12.2030. Ein dritter Weg, die "SAP ERP, private edition, transition option", hält ECC für berechtigte Kunden von 2031 bis 2033 in Betrieb.
Die Fristen 2027 und 2030 hat SAP in einer Pressemitteilung vom 4. Februar 2020 festgelegt. Darin hat SAP auch die Wartung von SAP S/4HANA bis Ende 2040 zugesagt. Die Option bis 2033 wurde im Februar 2025 angekündigt, ihre Konditionen hat SAP am 4. August 2025 präzisiert.
| Datum | Was passiert |
|---|---|
| Ende 2025 | Beste Konditionen für 2033 vorbei. Wer bis dahin zusagte: kein Aufschlag |
| 31.12.2026 | Letztes Jahr mit bekanntem Aufschlag. Abschluss 2026: 20 % Aufschlag ab 2031 |
| 31.12.2027 | Standardwartung endet. Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 |
| 2028 | Option bis 2033 buchbar. Aufschlag für Abschlüsse ab 2027 folgt dann |
| 31.12.2030 | Extended Maintenance endet. Zugleich Frist für den Umzug in die Private Edition |
| 2031 bis 2033 | Transition Option läuft. RISE-Vertrag, ab 2 TB, max success plan |
Quellen: SAP-Pressemitteilung vom 04.02.2020 (PR Newswire); SAP News vom 04.08.2025 (news.sap.com). Zusammengestellt von ERP Pilot, September 2026.
Was das Wartungsende nicht bedeutet: Ihr System schaltet sich nicht ab. SAP liefert aber keine Anpassungen mehr, die ein ERP rechtlich und technisch aktuell halten, etwa gesetzliche Änderungen und Steuer-Updates. Wer weder die Extended Maintenance bucht noch umsteigt, wechselt automatisch in die kundenspezifische Wartung (Customer-Specific Maintenance). Laut SAP-Mitteilung von 2020 umfasst sie die Lösung bereits bekannter Probleme zu unveränderten Gebühren. Das ist Unterstützung für die Probleme von gestern, nicht für das Steuerrecht von morgen. Für deutsche Unternehmen betrifft das auch Themen wie E-Rechnung und GoBD-konforme Anpassungen.
Was kostet die Extended Maintenance bis 2030?
Die Extended Maintenance kostet laut SAP-Mitteilung von 2020 zwei Prozentpunkte zusätzlich auf die bestehende Wartungsbasis. Beim üblichen On-Premise-Wartungssatz von 22 % des Lizenzwerts, der auch in den Preisdaten von ERP Pilot hinterlegt ist, steigt die Jahresgebühr damit von 22 auf 24 %. Sie zahlen also rund 9 % mehr pro Jahr für drei weitere Jahre mit demselben System.
Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen: Ein Unternehmen mit einer Wartungsbasis von 2.000.000 EUR zahlt bei 22 % jährlich 440.000 EUR. Mit der Extended Maintenance sind es 480.000 EUR, also 40.000 EUR mehr pro Jahr und 120.000 EUR für 2028 bis 2030. Der Aufschlag selbst ist selten der entscheidende Kostenblock. Teurer sind drei weitere Jahre Betrieb und Anpassung einer Plattform, die keine neuen Funktionen mehr erhält.
| Wartungsbasis | Heute (22 %) | Extended (24 %) | Mehrkosten pro Jahr | Mehrkosten 2028 bis 2030 |
|---|---|---|---|---|
| 1.000.000 EUR | 220.000 EUR | 240.000 EUR | 20.000 EUR | 60.000 EUR |
| 2.000.000 EUR | 440.000 EUR | 480.000 EUR | 40.000 EUR | 120.000 EUR |
| 5.000.000 EUR | 1.100.000 EUR | 1.200.000 EUR | 100.000 EUR | 300.000 EUR |
Ihr eigener Wert hängt vom Vertrag ab. Manche Kunden zahlen einen anderen Wartungssatz, und die Wartungsbasis wächst mit jedem Lizenzkauf. Nehmen Sie die aktuelle Basis aus Ihrer SAP-Rechnung, bevor Sie rechnen. Listenpreise der S/4HANA-Editionen finden Sie in unserem ERP-Preisvergleich.
Wer kann SAP ECC bis 2033 betreiben, und was kostet das?
Nur Kunden mit RISE-with-SAP-Vertrag, deren Systeme vier Bedingungen erfüllen. Laut SAP-Update vom August 2025 müssen die Systeme bis 31.12.2030 auf SAP ERP, private edition auf SAP HANA umgezogen sein, das System muss mindestens 2 TB groß sein, die Option gibt es nur zusammen mit dem "max success plan", dessen allgemeine Verfügbarkeit SAP für Januar 2026 angekündigt hat, und die Landschaft muss technisch bereit sein. Buchbar ist die Option ab 2028, nutzbar von 2031 bis 2033.
Der Preis hängt davon ab, wann Sie SAP ERP, private edition vertraglich zusagen. Wer bis Ende 2025 zugesagt hat, erhält beim Wechsel 2031 gleichwertige Konditionen. Wer 2026 abschließt, zahlt beim Wechsel einen Standardaufschlag von 20 %. Für Abschlüsse ab 2027 hat SAP den Aufschlag nicht veröffentlicht; er soll kurz vor dem Kaufzeitpunkt 2028 folgen. Die Gebühren für den max success plan kommen hinzu.
Die Entscheidung für 2033 hat eine Frist im Jahr 2026
Wenn Sie ECC möglicherweise über 2030 hinaus brauchen, ist der 31.12.2026 der letzte Termin, zu dem Sie mit bekanntem Preis abschließen können. Danach bleibt der Aufschlag bis 2028 offen. Damit ist 2026 ein Entscheidungsjahr, auch für Unternehmen, die erst später umsteigen wollen.
Für den Mittelstand hat das zwei Folgen. Erstens schließt die Grenze von 2 TB viele kleinere ECC-Systeme ganz aus. Für einen großen Teil der Mittelständler ist das realistische Ende also 2030, nicht 2033. Zweitens ist die Option keine kostenlose Verlängerung: ECC wandert unter einem RISE-Vertrag in die Private Cloud von SAP, Sie schließen also ein Cloud-Abonnement für ein System ab, das Sie verlassen wollen. Laut DSAG-Investitionsreport 2026 planen 4 % der ECC-Nutzer, die Option zu nutzen.
Wie weit sind andere SAP-ECC-Kunden?
Gut die Hälfte der von der DSAG befragten SAP-Kunden betreibt noch ECC, und die meisten werden bis 2027 nicht fertig. Der DSAG-Investitionsreport 2026 vom 26.02.2026 beruht auf 198 CIOs und IT-Verantwortlichen aus Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe. 54 % betreiben noch ECC oder die Business Suite, 2024 waren es 68 %. Erstmals nutzen mehr Befragte S/4HANA On-Premise (56 %, 2024: 44 %) als ECC.
| Anteil der Befragten | |
|---|---|
| ECC / Business Suite, 2024 | 68 % |
| ECC / Business Suite, 2026 | 54 % |
| S/4HANA On-Premise, 2024 | 44 % |
| S/4HANA On-Premise, 2026 | 56 % |
Quelle: DSAG-Investitionsreport 2026, 26.02.2026, n = 198. Unternehmen können beide Plattformen betreiben, daher ergeben die Anteile zusammen mehr als 100.
Von den ECC-Nutzern planen 37 % den Umstieg bis Ende 2027 und etwa die Hälfte bis Ende 2030, 4 % die Transition Option bis 2033. Die DSAG liest das so, dass Unternehmen höhere Wartungskosten in Kauf nehmen, statt die Transformation zu überstürzen. In die Public Cloud Edition wollen nur 6 % der Befragten hoch oder mittel investieren, gegenüber 42 % für On-Premise und 22 % für die Private-Cloud-Varianten.
Welche Wege haben ECC-Kunden?
Es gibt fünf realistische Wege, drei davon bleiben bei SAP. Welcher passt, hängt weniger von der Frist ab als davon, wie weit sich Ihre Prozesse vom Standard entfernt haben und ob Sie in einer Public Cloud arbeiten dürfen.
| Weg | Was er bedeutet | Passt, wenn | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| S/4HANA On-Premise | Systemkonvertierung (Brownfield) auf eigener Infrastruktur | Umfangreiche Eigenentwicklungen bleiben, On-Premise ist Pflicht | Betrieb und Infrastruktur tragen Sie selbst; prüfen Sie, welche Neuerungen SAP nur in der Cloud anbietet |
| S/4HANA Private Cloud (RISE) | S/4HANA als betriebenes Abonnement, Konvertierung möglich | SAP soll die Infrastruktur betreiben, die Prozesstiefe bleibt | Das Abo bündelt Lizenz, Hosting und Support; vergleichen Sie Gesamtkosten, nicht Listenpreise |
| S/4HANA Public Cloud | Neueinführung (Greenfield) auf SAPs Multi-Tenant-SaaS | Die Prozesse können nah an den Standard | Clean Core schließt tiefe Anpassungen aus; in allen vier unserer ECC-Profile ausgeschlossen |
| Anderes ERP | Neueinführung mit Dynamics 365, proALPHA, IFS, Infor, Epicor und anderen | Der SAP-Vorsprung kommt aus dem Umstiegspfad, nicht aus der Eignung | Vollständige Neueinführung ohne Brownfield-Abkürzung |
| Drittwartung | ECC mit einem unabhängigen Wartungsanbieter weiterbetreiben | Als Brücke, bei stabilem System ohne neue Anforderungen | Keine neuen gesetzlichen Updates von SAP; Einsparversprechen der Anbieter selbst prüfen |
Die Editionen im Detail finden Sie in unseren Bewertungen von SAP S/4HANA On-Premise, SAP S/4HANA Cloud Private Edition und SAP S/4HANA Cloud Public Edition. Greenfield, Brownfield und stufenweise Einführung vergleicht unser Ratgeber zur ERP-Migration.
Welches ERP passt zu einem typischen ECC-Kunden?
Für große ECC-Kunden und für Unternehmen, die On-Premise brauchen, liegt S/4HANA klar vorne. Beim mittelständischen Fertiger, der in die Cloud darf, kommt der SAP-Vorsprung dagegen aus dem Umstiegspfad, nicht aus der fachlichen Eignung: Ohne den Brownfield-Vorteil liegen Microsoft Dynamics 365 Finance & Supply Chain und proALPHA gleichauf vorne, knapp vor S/4HANA On-Premise. Das zeigt ein Durchlauf der Knockout-Bewertung von ERP Pilot, derselben, die hinter unserem Vergleich steht, für vier ECC-Kundenprofile am 27.09.2026.
Alle vier Profile beschreiben einen Fertiger in der diskreten Fertigung auf ECC mit umfangreichen Eigenentwicklungen, der nach HGB und IFRS bilanziert. Zwei sind mittelständisch (101 bis 500 Mitarbeitende, 2 bis 5 Länder, 2 bis 5 Gesellschaften), zwei groß (501 bis 2.000 Mitarbeitende, 6 bis 20 Länder, 6 bis 15 Gesellschaften). Jede Größe wurde einmal mit "Cloud ist möglich" und einmal mit "On-Premise erforderlich" bewertet, mit den 17 für den DACH-Raum relevanten Systemen.
| Nicht ausgeschlossene Systeme | |
|---|---|
| Mittelstand, Cloud möglich | 14 von 17 |
| Mittelstand, On-Premise erforderlich | 10 von 17 |
| Groß, Cloud möglich | 12 von 17 |
| Groß, On-Premise erforderlich | 8 von 17 |
Quelle: ERP Pilot Knockout-Bewertung, Replay von vier beschriebenen ECC-Profilen, 27.09.2026. Basis: die 17 Systeme des deutschen ERP-Pilot-Vergleichs.
Drei Ergebnisse fallen auf:
- SAP S/4HANA Cloud Public Edition scheidet in jedem Profil aus. Umfangreiche Eigenentwicklungen vertragen sich nicht mit Clean Core, und eine On-Premise-Variante gibt es nicht. Das deckt sich mit den 6 % aus der DSAG-Umfrage.
- "On-Premise erforderlich" schließt in beiden Größen vier weitere Systeme aus: Dynamics 365 Finance & Supply Chain, Oracle Fusion Cloud ERP, NetSuite und QAD, weil es sie nur in der Cloud gibt. SAP Business ByDesign (kein Neukundenvertrieb mehr) und Unit4 (keine Fertigung) sind in allen Profilen ohnehin raus.
- Die Antwort "wir nutzen ECC" ist 30 Punkte wert für S/4HANA Private und On-Premise, weil eine Konvertierung bestehende Anpassungen erhält. Mit dieser Antwort führt im mittelständischen Cloud-Profil S/4HANA On-Premise (125 Punkte) vor Private (120), Dynamics 365 Finance & Supply Chain und proALPHA folgen mit je 100. Ohne sie liegen Dynamics 365 und proALPHA mit je 100 Punkten vorne, vor S/4HANA On-Premise (95) und Private (90).
| Profil | Platz 1 | Platz 2 | Bestes System außerhalb von SAP |
|---|---|---|---|
| Mittelstand, Cloud möglich | S/4HANA On-Premise (125) | S/4HANA Private (120) | Dynamics 365 F&SCM und proALPHA (je 100) |
| Mittelstand, On-Premise | S/4HANA On-Premise (175) | S/4HANA Private (160) | proALPHA (120) |
| Groß, Cloud möglich | S/4HANA Private (205) | S/4HANA On-Premise (205) | Dynamics 365 F&SCM (115) |
| Groß, On-Premise | S/4HANA On-Premise (255) | S/4HANA Private (245) | IFS Cloud (70) |
Für die Praxis heißt das: Als mittelständischer Fertiger ohne On-Premise-Pflicht sollten Sie Dynamics 365 Finance & Supply Chain und proALPHA prüfen, bevor Sie sich auf eine Konvertierung festlegen. Die Knockout-Kriterien zwischen SAP und Microsoft, etwa parallele Ledger, vergleicht unser Artikel SAP vs Dynamics 365. Wenn On-Premise Pflicht ist, gehört proALPHA neben S/4HANA auf die Liste: Im mittelständischen On-Premise-Profil erreicht es 120 Punkte, deutlich vor Epicor Kinetic mit 75. Ihre eigenen Antworten verschieben diese Rangfolgen. Die Profile sind deshalb ein Ausgangspunkt, keine Empfehlung.
Kernaussage
Die Frist sagt Ihnen nicht, auf welches System Sie wechseln sollten. Das entscheiden die Tiefe Ihrer Anpassungen und Ihre Vorgaben zur Bereitstellung. Beim mittelständischen ECC-Fertiger mit Cloud-Freigabe ist der SAP-Vorsprung der Umstiegspfad, bei großen Unternehmen und On-Premise-Pflicht liegt S/4HANA auch fachlich vorne.
Was sollten Sie bis Ende 2026 entscheiden?
Vier Entscheidungen, in dieser Reihenfolge, weil jede die nächste eingrenzt:
- Dürfen Sie in eine Public oder Private Cloud? In unserem Replay hat allein diese Antwort in jeder Unternehmensgröße vier weitere Systeme ausgeschlossen. Klären Sie sie zuerst mit IT-Sicherheit und Compliance.
- Wie viele Ihrer Eigenentwicklungen brauchen Sie noch? Viele Anpassungen sprechen für eine Konvertierung. Prozesse, die zum Standard zurückkehren können, öffnen die Neueinführung, auch mit Systemen außerhalb von SAP.
- Könnten Sie ECC über 2030 hinaus brauchen? Dann prüfen Sie die Grenze von 2 TB und stellen einen Abschluss 2026 den unbekannten Konditionen ab 2027 gegenüber.
- Ist die Extended Maintenance Ihre Brücke oder Ihr Plan? Mit rund 9 % Mehrkosten pro Jahr ist sie eine bezahlbare Brücke. Als Plan kauft sie nur drei Jahre.
Wenn diese vier Fragen beantwortet sind, stehen meist drei bis fünf Systeme auf der Liste, und die Auswahl kann bei Ihren Anforderungen ansetzen statt bei einer Frist.
